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Romanisches Altarkreuz; Schwäbisch

Beschreibung
Das ursprünglich zur Gänze vergoldete Altarkreuz aus Bronze gelangte von einem heute leider unbekannten Fundort im Gurktal 1921 ins Geschichtsvereins-Museum nach Klagenfurt. Seit dem Ende des 11. Jahrhunderts war es üblich, kleine Bronzekreuze bei der Messfeier im täglichen liturgischen Gebrauch einzusetzen. Man verwendete sie als Standkreuze auf Altären und als Vortragekreuze bei Prozessionen. Zeichenhaft unterstrichen sie das Verständnis der Eucharistie als blutige Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers Christi. Im Hochmittelalter erfolgte die Herstellung solcher Kleinbronzen vor allem in spezialisierten klösterlichen Gießhütten. Typologisch verweist das Gurktaler Kruzifix auf Traditionen aus der Mitte des 12. Jahrhunderts wie sie etwa in der Buchmalerei vorgeprägt wurden. Die schlanke und gestreckte Körpergestalt sowie das seitliche Ausschwingen der Hüfte der kleinen Christusfigur lassen sich z. B. auch ganz gut mit dem um 1164 entstandenen ehemaligen Triumphbogenkreuz der Seckauer Stiftskirche in der Steiermark vergleichen. Die nur leicht angewinkelten Arme des Kärntner Stückes erscheinen bereits organisch gebildet, die parallelen Unterschenkel der zarten Beine wirken etwas nach rechts gestellt. Auffallend sind weiters das tief geneigte Haupt mit den weit geöffneten Augen und die breit gesträhnten, auf die Schulter fallenden Haare. Der Oberkörper zeigt eine einfache Modellierung und eine grafische Ziselierung von Rippen, Brustwarzen und Nabel. Aus der Formulierung des eng am Körper anliegenden Lendentuches mit dem charakteristischen Mittelknoten und einer gezackt auslaufenden Hängefalte ergeben sich vor allem stilistische Übereinstimmungen mit einigen süddeutschen Bronzearbeiten aus Schwaben. Das Lendentuch zeigt z. B. einen horizontalen Abschluss, kleine seitliche Überlängen sowie einen stilisierten Mittelknoten und ist mit dem Kruzifix aus dem ehemaligen Benediktinerkloster Fultenbach bei Dillingen im Bayerischen Nationalmuseum in München gut zu vergleichen. Der Klagenfurter Christuskörper wirkt jedoch etwas gestreckter und auch das seitliche Ausschwingen der Hüfte weist auf deutlich ältere Stiltraditionen hin, siehe etwa das sogenannte Zipplinger Bronzekreuz aus dem frühen 12. Jahrhundert in der Bischöflichen Hauskapelle in Rottenburg bei Stuttgart.
Datierung
1160 - 1170
Material / Technik
Maße
Objektmaß: 20 x 18 cm
Geographischer Bezug
Inventarnummern
K 67
Literatur
Romanische Kunst in Österreich, Ausstellung vom 21. Mai bis 25. Oktober 1964 in der Minoritenkirche Krems-Stein, Herausgeber: Harry Kühnel; Krems an der Donau , 1964, 184, 135 Schatzkunst. Die Goldschmiede- und Elfenbeinarbeiten aus österreichischen Schatzkammern des Hochmittelalters, Hermann Fillitz; Martina Pippal; Salzburg-Wien , 1987, 148-149, 30 Das Landesmuseum für Kärnten, Herausgeber: Gernot Piccottini; Klagenfurt, 1984, 66-67 Romanische Bronzekruzifixe, Peter Bloch; Berlin, 1992, 72-73, I C 6 Romanik in Kärnten, Gottfried Biedermann; Klagenfurt, 1994, 146, 146 Transromanica. Auf den Spuren der Romanik in Kärnten, Wilhelm Deuer; Johannes Grabmayer; Klagenfurt, 2008, 97
Standort
kärnten.museum