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Anbetung Christi durch Muttergottes

Beschreibung
Das Predellenbild stammt von einem heute vermutlich völlig zerstörten Flügelaltar aus der Stiftskirche von Millstatt. Dieses Altarretabel hat auf Grund der Wappen an der Predella vermutlich der zweite Hochmeister des St. Georg-Ritterordens, Johann Geumann (1508–1533), am Beginn seiner Amtsperiode gestiftet. Dargestellt ist die Anbetung einer Christushalbfigur in der Gestalt eines Schmerzensmannes mit Dornenkrone und Wundmalen durch eine links stehende Muttergottesfigur als Kniestück. Die qualitativ hochwertige Darstellung der betenden Mariengestalt mit über den Kopf gezogenen Mantel und jugendlichen Gesichtszügen orientiert sich stark an süddeutschen Vorlagen aus der sogenannten Dürerzeit. Die Komposition des Schmerzensmannes folgt in den Grundzügen ebenfalls vergleichbaren Kompositionen von Albrecht Dürer (siehe z. B. Blatt Nr. 20 nach der Holzschnitt-Ausgabe von Josef Meder aus dem Jahr 1932). Ein weiteres Werk dieses äußerst qualitätsvollen Tafelmalers konnte bisher in Kärnten oder im übrigen Alpenraum leider noch nicht identifiziert werden. Es kann derzeit auch nicht gesagt werden, wo sich die übrigen Teile des verschollenen Altares befinden und ob überhaupt welche erhalten geblieben sind. Die Predellentafel wurde nämlich erst im Jahr 1912 aus Klagenfurter Privatbesitz für das Geschichtsvereinsmuseum in Klagenfurt angekauft und vermutlich schon kurz danach im Museumsgebäude im 2. Stock im Bildersaal V ober der Tür ausgestellt, dort wo schon damals auch die übrigen Objekte des St. Georgritterordens aus Millstatt präsentiert worden sind. Johann (Hans III.) Geumann (oder Gaymann) von Galsbach wurde als Sohn von Heinrich VI. und der Margarethe von Trautmannsdorf vermutlich im Jahr 1467 auf Schloss Starhemberg bei Eferding geboren und verstarb am 23. Dezember 1533 in Kärnten. Er wirkte zunächst als Pfleger in Maria Lankowitz und Voitsberg und gehörte später zu den Testamentsexekutoren Kaiser Maximilians I.. Geumann trat erst nach dem Tod seiner Gattin 1495 in den St. Georgritterorden ein und bekleidete ab 1499 zunächst das Amt des Komtur, dem die Güter der Ordenskommende unterstanden. Nach dem Tod Siebenhirters 1508 wurde er zwar sofort zum Verweser des Ordens ernannt, erhielt aber erst 1518 offiziell die Hochmeisterwürde verliehen. Geumann war auf Grund seiner adeligen Herkunft und seines reichen Grundbesitzes sehr wohlhabend und brachte etwa 8000 Gulden Privatvermögen in den Georgritterorden ein. Er starb schließlich an den Folgen der Pest in Gmünd in Oberkärnten und liegt in Millstatt begraben. Auf seinem Marmorgrabstein in der Geumannkapelle der Stiftskirche von Millstatt ließ er sich als bärtiger Greis in voller Rüstung darstellen. Heute noch zeugen verschiedene Bauphasen und Ausstattungsprojekte in der Residenz in Millstatt von seiner vorbildhaften Tätigkeit als Ordensvorstand und Kunstmäzen in Kärnten.
Datierung
um 1510 - 1520
Material / Technik
Material / Technik: Tafelmalerei
Maße
Objektmaß: 54 x 116 cm
Inventarnummern
K 666
Literatur
Die Tafelmalerei der Dürerzeit in Kärnten (1500–1530), Janez Höfler; Klagenfurt, 1998, 172-173, 46 Führer durch das Museum des Geschichtsvereines für Kärnten und dessen Monumentenhalle im Landesmuseum zu Klagenfurt, Herausgeber: Landesmuseum für Kärnten; Klagenfurt, 1927, 50, 4
Standort
kärnten.museum