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Predella mit Stifterfamilie
Zuordnung
Beschreibung
Die Predella gehörte ursprünglich zu einem heute verschollenen Altarretabel im Karner der Stadtpfarrkirche von Gmünd. An der Vorderseite sind unter einer breiten Bogenarchitektur zwei perspektivisch angeordnete Figurenreihen mit knienden Stiftern in Gebetshaltung wiedergegeben: Links befinden sich die Männer, ganz vorne das Familienoberhaupt in braunem Patriziermantel mit seinen sechs Söhnen, der erste davon ein Geistlicher mit weißer Tunika; rechts sind die Frauen angeordnet, die Stifterin, mit weißem Kopftuch und schwarzem Gewand mit ihren fünf Töchtern. Zur Seite stehen zwei weltlich gekleidete Heilige, offensichtlich die Namenspatrone der beiden Stifter, links der Heilige Vitus eine Öllampe haltend, rechts die Heilige Ursula mit einem Pfeil als Attribut. Die besprochene Predella stellt eine Art Sippenbild dar, welches in Kärnten in dieser Form nur äußerst selten vorkommt. Das kulturgeschichtlich interessante Bild ist eine besonders reizvolle Schöpfung, weil es sehr detailgetreu die feierliche Andachtshaltung, das Standesbewusstsein, die Kleidung bis hin zu den Frisuren einer wohlhabenden bürgerlichen Familie vermutlich aus einem städtischen Umfeld im damaligen Herzogtum Kärnten in der frühen Neuzeit schildert. Da auf der Predella keine Wappen oder Namen vorhanden sind, lassen sich die abgebildeten Personen leider nicht näher identifizieren.
Die Bemalung der Predella stammt ohne Zweifel von der Hand jenes Künstlers, der die Malereien für das Hausaltärchen Leonhard Kölderers aus Mauterndorf bei Tamsweg (wohl um 1515) in der Salzburger Residenzgalerie schuf. Der österreichische Maler und Bildschnitzer Caspar von Friesach wurde offensichtlich bei Meister Heinrich in Villach ausgebildet und gilt als Begründer einer eigenen Friesacher Altarzweigwerkstätte, die im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts in Kärnten, Salzburg und in der Obersteiermark tätig war. Ausgehend von dem einzigen urkundlich gesicherten und erhaltenen Werk, dem zwischen 1520 und 1522 entstandenen Pölser Kruzifix und dessen Assistenzfiguren in der Friesacher Deutschordenskirche, wurden Caspar von Friesach allerdings bisher wenig überzeugend über ein Duzend plastische Kreuzigungsgruppen zugeschrieben.
Datierung
1518
Material / Technik
Material: Lindenholz
Maße
Bildmaß: 60 x 149 cm
Geographischer Bezug
Inventarnummern
K 88
Literatur
Kunst-Topographie des Herzogthums Kärnten, Joseph von Helfert; Wien, 1889, 224, 72
Führer durch das Museum des Geschichtsvereines für Kärnten und dessen Monumentenhalle im Landesmuseum zu Klagenfurt; Klagenfurt, 1927, 54
Kärntens Flügelaltäre, Anton Fritz; Klagenfurt, 1975, 155
Caspar von Friesach, Robert Wlattnig; München-Leipzig, 1997, 117
Die Tafelmalerei der Dürerzeit in Kärnten (1500–1530), Janez Höfler; Klagenfurt, 1998, 34, 173-174, 47
Standort
kärnten.museum
Zugehörige Highlights
























