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Heilige Elisabeth von Thüringen

Heilige Elisabeth von Thüringen (dargestellte Person)
Beschreibung
Elisabeth von Thüringen wurde 1207 in Ungarn als Tochter Gertruds von Andechs-Meranien in deren Ehe mit dem König Andreas II. geboren und verstarb 1231 als Witwe im Alter von erst 24 Jahren. Nach ihrer baldigen Heiligsprechung zu Pfingsten 1235 kam es vor allem in diversen Frauenklöstern und Krankenanstalten zu einem regen Reliquienkult um ihre Person und zahlreiche neue Andachtsstätten entstanden. Vermutlich erfolgte schon in dieser Frühzeit oder kurz danach auch in der damaligen Kärntner Landeshauptstadt St. Veit an der Glan in unmittelbarer Nähe des Villacher Tores außerhalb der Stadtmauern die Gründung eines Armen- und Lebrosenhauses mit einer u. a. der Heiligen Elisabeth geweihten Spitalskapelle. Aus eben dieser ehemaligen Bürgerspitalskirche gelangte um 1870 die fast lebensgroße Elisabethstatue in den Sammlungsbestand des Geschichtsvereins für Kärnten nach Klagenfurt. Die auf der Rückseite ausgehöhlte Holzfigur stand wahrscheinlich ursprünglich in einem Flügelaltarschrein oder direkt an der Wand im Presbyterium der Siechenkapelle. Das imposante Bildschnitzwerk wurde von einem unbekannten Künstler aus dem Umfeld der Jüngeren St. Veiter Schnitzwerkstätte um 1515 geschaffen und zeigt die jugendlich wirkende Heilige im Kontrapost stehend in elegant geschwungener Haltung. Als persönliche Attribute trägt Elisabeth in der rechten Hand einen Wasserkrug in Form einer Zinnkanne und in der Linken einen Laib Brot als Zeichen ihrer sozialen Fürsorge und Wohltätigkeit. Auch der am Statuensockel rechts unten kniende Bettler und die alte Frau links stehen sinnbildlich für Elisabeths selbstlosen Einsatz für die Kranken, Notleidenden und Gebrechlichen. Die mildtätige Fürstentochter hat 1229 eine gemeinnützige Armenstiftung gegründet und sich der Legende nach gegen Lebensende tatsächlich als einfache Spitalsschwester in tätiger Nächstenliebe für die Allgemeinheit aufgeopfert. In ganz Europa erinnern heute zahlreiche Kultstätten und Spitalseinrichtungen an das vorbildhafte karitative Wirken der Heiligen Elisabeth. In Kärnten wird diese Tradition vor allem durch den Orden der Elisabethinen entsprechend weitergeführt, die in Klagenfurt am Wörthersee neben einem Krankenhaus auch ein Museum und eine historische Apotheke betreuen.
Datierung
um 1515
Personen
Material / Technik
Material / Technik: Holzschnitzstatue
Maße
Objektmaß: 159 x 65 x 36 cm
Inventarnummern
K 226
Literatur
Die spätgotischen Altäre Kärntens, Otto Demus; Klagenfurt, 1991, 566 Führer im historischen Museum des kärntnerischen Geschicht-Vereines, Anton Taurer Ritter von Gallenstein; Klagenfurt, 1877, 57 Die Kunstdenkmäler des politischen Bezirks Klagenfurt (Die Stadt Klagenfurt) von Landeskonservator Dr. Otto Demus, Otto Demus; Klagenfurt, 1931, 88, 56 Eine spätgotische Kreuzgruppe in St. Veit an der Glan, Karl Ginhart; Klagenfurt, 1958, 65 Zur spätgotischen Kreuzgruppe in St. Veit an der Glan, Karl Ginhart; Klagenfurt, 1961, 636-640 St. Veit an der Glan. Kunstgeschichtlicher Überblick, Andreas Besold; Klagenfurt, 1997, 80
Standort
kärnten.museum