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Amts- und Zeremonieschwert des St. Georg-Ritterordens

Beschreibung
Das Amts- und Zeremonienschwert des ersten Hochmeisters des St. Georg-Ritterordens Johann Siebenhirter (1420–1508) zählt zu den bedeutendsten Prunkwaffen der Spätgotik in Mitteleuropa. Als landesgeschichtlich bedeutendes Sammlungsobjekt kam das Schwert bereits um die Mitte des 19. Jahrhunderts aus der ehemaligen Ordensresidenz in Millstatt in das Museum des Geschichtsvereins für Kärnten nach Klagenfurt. Die relativ gut erhalten gebliebene Blankwaffe aus Eisen und Silber ziert ein vergoldeter Griff mit Scheibenknauf und eingelassenem, emaillierten Medaillon mit den zwei persönlichen Wappen des Fürsten Siebenhirter und einem gravierten Spruchband mit der Datierung 1499 auf der Rückseite. Die geschwungene Parierstange des Zeremonienschwertes trägt eine Inschrift mit einer Marienanrufung: AVE MARIA GRACIA PLENA. Der besonders aufwendig geformte Metallhandgriff und die Schwertscheide sind zusätzlich durch unterschiedliche Rankenornamente versehen. Die keilförmige Stichklinge ist in italienischer Manier mit hohem Grat und einer Schmiedemarke (Kreuz auf Berg) gearbeitet. Am Klingenansatz befinden sich heute zum Teil zerstörte und nicht näher identifizierbare Heiligenfiguren in Goldschmelztechnik. Die dazugehörige reich verzierte Schwertscheide aus Holz mit Lederüberzug sowie Textileinlagen, mit vergoldetem Silberbeschlag und profilierten Zwingen ist an den Einfassungsrändern mit Kreuzblümchen besetzt. Am gravierten Ortband befindet sich eine Darstellung des Ritterheiligen Georg, die stilistisch von grafischen Vorlagen aus dem künstlerischen Umfeld Albrecht Dürers in Süddeutschland herzuleiten ist. Das florale Rankenwerk entwächst einem Halbmond, was als Hinweis auf die Gründung des St. Georg-Ritterordens durch Kaiser Friedrich III. auf Grund eines Gelübdes im Jahre 1462 zum Zwecke der Türkenabwehr gedeutet werden kann. Von 1469 bis 1508 stand Johann Siebenhirter, eine bedeutende Persönlichkeit seiner Epoche, kaiserlicher Küchenmeister, Hauptmann und ein großer Kunstmäzen, als vom Kaiser und Papst auserwählter Hochmeister an der Spitze des Ordens. Solche eindrucksvollen Prunkschwerter wie jenes von Johann Siebenhirter zählten in einer unsicheren Umbruchszeit wie an der Jahrhundertwende um 1500 bis über den Tod hinaus zu den festen Requisiten fürstlicher Macht und Prachtentfaltung.
Datierung
1499
Maße
Objektmaß: 113 x 20 cm Objektmaß: 87 x 6 cm
Inventarnummern
K 84
Literatur
Kunst-Topographie des Herzogthums Kärnten, Joseph von Helfert; Wien, 1889 Der Millstätter Georgsritterorden und die Kunst, Richard Milesi; Klagenfurt, 1970, 55-57 Der Weg eines kostbaren Museumsexponats durch die Jahrhunderte - Das ehemalige Zeremonienschwert des Millstätter St. Georgsritterorden aus dem Jahr 1499, Robert Wlattnig, 110-113, 203, 67
Standort
kärnten.museum