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Büste des Freiherrn Johann von Khevenhüller
Hans Khevenhüller zu Aichelberg (dargestellte Person)
Jacopo Nizzola da Trezzo (Medailleur)
Zuordnung
Beschreibung
Johann Khevenhüller, Gesandter der Habsburger am spanischen Hof, hat die Porträtbüste bei dem dort tätigen Medailleur und Bildhauer Jacopo Trezzo laut Inschrift auf der Rückseite 1579 in Auftrag gegeben. Das kunsthistorisch bedeutende Werk zeigt den Diplomaten Khevenhüller in voller Rüstung in antikisierendem Repräsentationsgestus. Die Aufmalung des Ordenszeichens eines Ritters vom Goldenen Vlies (goldene Kette mit Lamm Gottes) erfolgte erst nachträglich, vermutlich gegen Jahresende 1587. Johann (Hans) V. von Khevenhüller-Frankenburg Freiherr von Aichelberg und Landskron wurde am 16. April 1538 in Spittal an der Drau geboren und verstarb am 4. Mai 1606 in Madrid. Sein Vater, Christoph Khevenhüller Freiherr von Aichelberg und Landskron, war kaiserlicher Hofkammerrat und Generalkriegskommissär und ab 1541 Landeshauptmann im Herzogtum Kärnten. Hans machte ab 1558 ebenfalls am Hof der Habsburger Karriere und ist sehr erfolgreich 34 Jahre lang Gesandter des römisch-deutschen Kaisers am spanischen Hof in Madrid gewesen. Er bekleidete auch die wichtigen Ämter eines Kämmerers und Geheimrats. Ab 5. Mai 1572 residierte er als Botschafter in Madrid und wurde am 20. September 1587 wegen seiner hohen Verdienste zum Ritter vom Goldenen Vlies geschlagen. Im Jahr 1593 wurde er sogar in den Reichsgrafenstand erhoben. Khevenhüller betätigte sich zeit seines Lebens als Auftraggeber, Käufer und großzügiger Unterstützer vieler Künstler und war im Besitz einer reichen Zimelien- und Kunstsammlung. Der international bekannte und einzigartige Künstler, Jacopo Nizzola da Trezzo, kam in der Ortschaft Trezzo sull' Adda in der Nähe von Mailand in Oberitalien um 1514/1515 zur Welt und leitete um 1540 zunächst eine Werkstatt für Stein- und Gemmenschneiderei in der lombardischen Hauptstadt. Um 1550 beginnt Trezzo Medaillen herzustellen und tritt 1554 in den Dienst von König Philipp II. von Habsburg und folgt ihm in den späten 50iger Jahren nach Spanien, wo er in Madrid Diamanten schleift, Gemmen und Siegel schneidet sowie Goldschmiedearbeiten wie z. B. Reliquienbehälter für Kirchen ausführt. Dort ist er auch u. a. sehr erfolgreich als Architekt und Raumausstatter u. a. auch bei der Ausschmückung des Escorial tätig, tritt aber auch als Gutachter von Kunstwerken und als Kunsthändler für die regierenden Herrscherhäuser in Erscheinung. Für König Philipp II. und für den damaligen österreichischen Botschafter am spanischen Hof, Johann Graf Khevenhüller, erzeugt er in der Madrider Werkphase außerdem mehrere Medaillen mit Porträtdarstellungen. Eine solche Porträtmedaille entstand z. B. im Jahre 1577 zwei Jahre vor der Realisierung der Marmorbüste Khevenhüllers im Landesmuseum. Ein weiteres bedeutendes Spätwerk Trezzos in der seltenen Technik des Edelsteinschnittes ist eine Kamee aus Onyx mit dem Profilporträt von Khevenhüller, die um 1588 kurz nach der Verleihung des Ordens vom Goldenen Vlies entstand. Trezzo verstarb am 23. September 1589 in Madrid nachdem er seine florierende Werkstätte seinem gleichnamigen Neffen und Schüler übergeben hatte.
Datierung
1579
Personen
Hans Khevenhüller zu Aichelberg, dargestellte Person
Jacopo Nizzola da Trezzo, Medailleur
Material / Technik
Material: Marmor
Maße
Objektmaß: 85 x 65 x 30 cm
Inventarnummern
K 294
Literatur
Khevenhüller temporis pons per saecula. Kunst in Hochosterwitz, Ausstellung von 7. Juli bis 15. September 2010; Klagenfurt, 2010, 9
Trezzo, Susanna Partsch ; Berlin/Boston, 2021, 257-258
Standort
kärnten.museum
Zugehörige Highlights












