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Epitaph der Judith von Staudach-Kulmer
Judith von Staudach-Kulmer (Verstorbene:r)
Zuordnung
Beschreibung
Das Totengedenkbild der Judith Kulmer zeigt im Mittelbild eine für die Kunst der Reformationszeit typische zentrale Kreuzigung Jesu innerhalb eines gemalten steinernen Triumphbogens umgeben von drei weiblichen Heiligen: am Kreuzfuß Maria Magdalena, rechts und links zwei allegorische Personifikationen mit den Symbolen Kreuz und Anker als Hinweis auf die Dreiheit der theologischen Tugenden Glaube–Liebe-Hoffnung. Über der gemalten Kruzifixdarstellung befindet sich im Bildzentrum eine Heilig Geist Taube und darüber in einem Wolkenband das sogenannte Auge Gottes mit einem hebräischen Schriftzeichen für den Namen Gottes. In der obersten Zone der gemalten Bogenarchitektur sind zwei hochovale Wappenbilder und an den Ecken die vier Evangelisten mit ihren typischen Attributen angebracht. In der besonders akribisch ausgeführten Wiedergabe der Gestalt des Evangelisten Lukas könnte man ein Selbstporträt des anonymen jungen Malers der Leinwandteile des Epitaphs vermuten. Besonders auffällig sind die vielen gemalten Inschriften mit alttestamentarischen oder aus Apostelbriefen stammenden Bibelzitaten, die von der protestantischen Gesinnung der Auftraggeber zeugen. Die predellenartige Sockelzone zeigt die Familie des Stifters Christoph Andreas Kulmer zum Rosenpichl auf Hohenstein den auferstandenen Christus anbetend. Die beiden Ahnenreihen führen in perspektivischer Verkürzung in den Raum, wobei von den vier Töchtern die jüngste, Catharina Johanna, zum Zeitpunkt der Entstehung des Erinnerungsbildes schon verstorben war. Der bekrönende Epitaphaufsatz ist leider nicht mehr vorhanden. Vermutlich war dort eine Gedenkinschrift des Stifters für seine verstorbene erste Ehefrau Judith (geborene von Staudach) angebracht. Stilistisch steht das manieristische Epitaph, das bislang fälschlich als Hausaltar bezeichnet wurde, zwischen der Spätrenaissance und dem Frühbarock und gilt vor allem wegen der hier erstmals deutlich sichtbaren Dominanz des geschriebenen Wortes als eines der Hauptwerke der Reformationszeit in Kärnten. Bei den gemalten Inschriften handelt es sich um elf verschiedene drei bis neunzeilige Bibelsprüche in deutscher Sprache, die als auch als moralisierende Sinnsprüche gedeutet werden können.
Das Epitaph folgt dem allgemeinen Zeitstil an der Wende von der Spätrenaissance und dem Frühbarock mit einigen wenigen manieristischen Details. An der Herstellung dieses einzigartigen Werkes waren vermutlich mindestens drei professionelle Künstler beteiligt, die leider bis heute anonym geblieben sind. Dem Stifter und Auftraggeber für die beiden Leinwandbilder am Mittelstück und an der Predella war offensichtlich bei der Ausführung der Malerei auch eine gewisse Porträtähnlichkeit der dargestellten Personen besonders wichtig.
Datierung
um 1630
Personen
Judith von Staudach-Kulmer, Verstorbene:r
Maße
Objektmaß: 217 x 168 cm
Geographischer Bezug
Inventarnummern
K 91
Literatur
Manierismus in Kärnten. Zur Kunst des späten 16. Jahrhunderts, Richard Milesi; Klagenfurt, 1973, 46
Epitaphien und Votivbilder, Barbara Kienzl; Klagenfurt, 1996, 114
Das Epitaph der Kulmer-Staudach im Landesmuseum, Friedrich W. Leitner; Klagenfurt, 2001, 143-157
Standort
kärnten.museum
Zugehörige Highlights
Zugehörige Namen




























