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Triumph des Herzens Jesu

Josef Ferdinand Fromiller (Maler:in)
Beschreibung
Josef Ferdinand Fromiller (1693–1760) gilt heute zu Recht als der bedeutendste Barockkünstler im Herzogtum Kärnten. In seiner äußerst langen und reichen Schaffensperiode konnte Fromiller vor allem in Kärnten aufgrund der fehlenden Konkurrenz eine Art Monopolstellung mit zahlreichen repräsentativen Großaufträgen der Landstände, des Adels und der Kirche erreichen. Im Auftrag des Klerus schuf die leistungsfähige Fromiller-Werkstatt in vielen Gotteshäuser vor allem in Klagenfurt und Umgebung damals zahlreiche neue Deckengemälde oder Altarblätter. Mit dem ersten repräsentativen Auftrag, den Fromiller 1732 vom Viktringer Zisterzienserabt Benedikt Mulz erhält, die sechs legendären Stifter des Klosters Viktring zu porträtieren, begann in den frühen dreißiger Jahren sein künstlerischer Aufstieg in Klagenfurt. In weiterer Folge hat Fromiller bevorzugt auch für andere Klostergemeinschaften gearbeitet, so etwa um 1750 bis 1753 für die Benediktiner in Stift Ossiach und 1753 bis 1754 für das Kloster Admont in der Steiermark. Aber auch für prominente Mäzene aus dem Kärntner Hochadel hat Fromiller diverse Burg- und Schlosskapellen mit christlichen Themen ausgestattet. Als sakrales Hauptwerk dieser Kategorie kann sicherlich die zwischen 1733 und 1734 realisierte Freskendekoration der Klagenfurter Burgkapelle, die für den damaligen Landeshauptmann Wolfgang Sigismund Graf von Orsini-Rosenberg entstand, genannt werden. Das ehemalige Altargemälde aus der Kapelle von Schloss Ehrenhausen bei Klagenfurt zeigt im oberen Bildteil eine Darstellung des flammenden Herzens Jesu, links unten eine auf Paul Troger zurückgehende Ölbergszene und auf der rechten Seite erkennt man Maria, die auf die armen Seelen im Fegefeuer verweist. Somit werden in einem Bild mehrere sakrale Andachtsmotive geschickt zu einer Gesamtkomposition zusammengefügt. Christus wird betend am Ölberg von einem Engel begleitet, die zusammengesunkene Schmerzensmadonna hat ihren mildtätigen Blick ebenfalls auf den Gottessohn gerichtet, um ihn auf die Sinnhaftigkeit seines Leidens für die Menschheit hinzuweisen. Über der Figurenszene erhebt sich in wolkiger Sphäre ein in Gold gerahmtes Thronbild, vermutlich eine stark stilisierte Wiedergabe der Cathedra Petri von Bernini am Hochaltar von St. Peter in Rom. Über der etwas naiv volkstümlich wirkenden Darstellung des flammenden dornenbekrönten Herzens Jesu befinden sich ein schwarzes Kreuz und die Initialen des Namens Jesu. Das gesamte Thronmotiv wird weiters von einem leuchtenden Strahlenkranz umgeben. Die mystische Wirkung dieser eigentümlich zweigeteilten Bildkomposition wird durch eine bewusst gewählte dissonant-kühle Farbigkeit zusätzlich gesteigert. Die Fegefeuerfiguren im untersten Teil des Bildes erinnern darüber hinaus an eine ähnliche Komposition im 1734 datierten Beweinungsbild im linken Seitenaltar der Elisabethinenkirche in Klagenfurt aus der Hauptschaffensperiode des Künstlers. Eine zweite Fassung Herz-Jesu-Themas ist in der Hauskapelle der Klagenfurter Ursulinen dokumentiert, eine jüngere Kopie wahrscheinlich von einem Gehilfen oder Nachahmer Fromillers befindet sich über der Sakristeitür in der Kreuzberglkirche in Klagenfurt.
Datierung
1738
Personen
Material / Technik
Material / Technik: Öl auf Leinwand
Maße
Objektmaß: 233 x 140 cm
Inventarnummern
K 273
Literatur
Ausstellungskatalog „Jos. F. Fromiller - Profane Themen“, Richard Milesi; Klagenfurt, 1976, 134, 30
Standort
kärnten.museum