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Spätgotische Madonna mit musizierenden Engeln
Zuordnung
Beschreibung
Das Madonnenbild mit den beiden musizierenden Engeln stammt aus der Krypta der Filialkirche Sankt Katharina im Bade in Bad Kleinkirchheim, die gegen Ende des 15. Jahrhunderts vermutlich als Wallfahrtskirche über einer Heilquelle zur Linderung bei Augenleiden über einem Vorgängerbau neu errichtet und im Jahre 1493 geweiht wurde. Die ungewöhnlich monumentale Tafel bildete einst das Mittelstück eines Flügelaltares, wobei seitlich am Originalrahmen noch die Befestigungen für die schmalen und beweglichen Flügelbilder deutlich zu sehen sind. Leider ist vor der Übergabe an das Museum in Klagenfurt im Jahre 1880 der ursprüngliche Goldgrund der Tafel samt der Grundierung wegen des hohen Materialwertes bis zum Holz abgeschabt worden. Als ursprünglicher Entstehungs- und Aufstellungsort für den Marienaltar kommt vor allem das nahe gelegene und reich dotierte ehemalige Benediktinerkloster in Millstatt in Frage, zu dessen Besitz die Kirchen und Ortschaften in und um Kleinkirchheim einst gehörten. Im Zentrum der Komposition dargestellt ist eine von zwei musizierenden Engeln assistierte thronende Madonna. Hinter ihr befinden sich zwei weitere, ein Tuch haltende, fliegende Engel im weißen Gewand mit blütenförmigem Aufdruck. Die auf einem Steinthron sitzende Muttergottes hält das Jesuskind in ihrem linken Arm und einen roten Apfel in der rechten Hand. Besonders anmutig gestaltet erscheinen die beiden musizierenden Engel, wobei der Linke auf einer gotischen Knickhalslaute und der Rechte auf einer gotischen Schoßharfe spielt. Die Engel sind mit einer grünen Dalmatik und einem weißen Untergewand bekleidet, in der Art wie sie Diakone tragen, wobei die Säume der Gewänder auffällig goldfarbig schimmern. Die ovalen Physiognomien der mit freundlichem Ausdruck und blonden Haaren charakterisierten Figuren wirken stark volkstümlich beeinflusst. Die Haltung der Muttergottes und ihre in großen eckigen Falten fallende Kleidung verraten deutlich den Einfluss der zeitgenössischen Druckgrafik, etwa des bekannten Meisters E.S. Der sehr dekorative Charakter des Bildes wird noch zusätzlich durch den dunkelgrünen Rasenboden im Vordergrund der Thronbank gesteigert, wo zahlreiche zierliche Pflanzen aus der heimischen Botanik (Löwenzahn, Distel, Wiesenklee), Erdbeeren und vor allem allerlei Pilze zu sehen sind. Das lyrisch-liebliche Gemälde wird heute in der Fachliteratur einhellig als besonders qualitätsvolle und typisch kärntnerische Arbeit bezeichnet und in die Zeit um 1460 datiert.
Datierung
um 1460
Material / Technik
Material / Technik: Tafelmalerei
Maße
Objektmaß: 174,6 x 133,5 cm
Geographischer Bezug
Inventarnummern
K 22
Literatur
Das Landesmuseum für Kärnten, Herausgeber: Gernot Piccottini; Klagenfurt, 1984, 68
Die stilistische Entwicklung der Tafelmalerei im 15. Jahrhundert, phil. Dissertation am Kunsthistorischen Institut der Universität Wien, Wolfram Helke; Wien, 1973, 75-80, 10
Führer durch das Museum des Geschichtsvereines für Kärnten und dessen Monumentenhalle im Landesmuseum zu Klagenfurt (11. Aufl.); Klagenfurt, 1927, 50, 8
Das Landesmuseum für Kärnten und seine Sammlungen, Herausgeber: Gernot Piccottini; Klagenfurt, 1976, 105
Die spätgotischen Altäre Kärntens, Otto Demus; Klagenfurt, 1991, 698-699
Die Tafelmalerei der Gotik in Kärnten (1420–1500), Janez Höfler; Klagenfurt, 1987, 12
Standort
kärnten.museum
Zugehörige Highlights




























