Grabinschrift, Zollfeld/Maria Saal
Zuordnung
Beschreibung
Diesen schön gearbeiteten Grabtitulus ließ Quietus anfertigen, der Sklave einer Frau mit Bürgerrecht namens Pr(- - -) Sabina, deren hier abgekürzt genannter Gentilname vielleicht zu Pr(iminia) aufgelöst werden könnte. Das Grabmal galt auch für seine Frau Crescentina und seinen Bruder Saturninus, vermutlich auch diese Sklaven der erwähnten Herrin. Sklaven konnten aufgrund ihres unfreien Standes keine rechtsgültige Ehe schließen, ihre Verbindungen mit Frauen galten daher nur als Konkubinate (contubernia). Aus dieser Ursache ist die hier gewählte Bezeichnung der Crescentina als uxor (Ehefrau im Sinne einer rechtsgültigen Eheschließung) unrichtig, da rechtlich nicht zutreffend. Die Inschrift weist damit jedoch, wie in zahlreichen ähnlichen Fällen, darauf hin, dass diesen Rechtsvorschriften zwar wohl in der Sache, aber nicht immer äußerlich entsprochen wurde.
Datierung
50 - 100 n. Chr.
Material / Technik
Material: Marmor aus Kraig
Maße
Objektmaß: 57 x 88 x 17 cm
Klassifikation
Inventarnummern
Lap. 35
Inschrift
Quietus / Pr(- - -) Sabinae / ser(vus) v(ivus) f(ecit) sibi et / Crescentinae ux(ori) / et Saturnino frat(ri)
Übersetzung: Quietus, Sklave der Pr(- - -) Sabina, hat (das Grabmal) bei Lebzeiten für sich und für seine Gattin Crescentina sowie für den Bruder Saturninus errichtet.
Referenznr.: LUPA 2631
Zugehörige Highlights

