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Grabstele, Passering/Kappel am Krappfeld

Zuordnung
Beschreibung
Die Grabstele zeigt im oberen rechteckigen Relieffeld Eros-Amor als schlafenden, geflügelten Knaben, der nach rechts gelagert ist. Er führt die Rechte zur linken Schulter, auf der auch sein Kopf ruht. Die Finger der linken Hand sind bis auf den Zeigefinger abgewinkelt, der eine Blüte berührt, an die eine weitere anschließt. Vielleicht wird mit den Blüten ein Kranz angedeutet, wie er oft von trauernden, stehenden Erosfiguren gehalten wird. Diesen entspräche auch der Trauergestus des rechten Armes. Das rechte Bein ist über das linke geschlagen, wie dies auch an stehenden, trauernden Eroten üblich ist. Die Haare sind ‒ von einem Scheitelzopf ausgehend ‒ zur Seite gestrichen und bilden hinter dem Ohr vier Locken. Den mittleren Abschnitt der Stele bildet ein Medaillon mit dem Porträt einer keltischen Frau, das von einem Kymation (fortlaufende Zierleiste) gerahmt wird. Es besteht aus 15 Blütenknospen mit je zwei Hüllblättern. Die Mehrzahl der Medaillons wird von einem Kranz gerahmt, wenn man von glatten Rändern absieht. Die Zwickel zwischen Medaillon und Quadratfeld schmücken vierblättrige Rosetten, ein gängiges Füllmotiv in den Ecken. Die Frau trägt zur norischen Haube Tunica und Mantel, der über ihre Schultern fällt. Ihr Halsreif zeigt in der Mitte einen Anhänger in Form einer Lunula (Mondsichel). Unter dem runden Halsausschnitt des Gewandes ist mittig eine Fibel waagrecht befestigt, von der die Spirale, anschließend eine Scheibe sowie ein Knopf und der Fibelfuß zu erkennen sind. Breite Spirale und „Scheibe“ (Fibelknopf) lassen an eine Trompetenfibel denken, zu der auch der Knopf am Fibelbogen passt. Die Finger der linken Hand sind bis auf den vorgestreckten Zeigefinger abgewinkelt; am kleinen Finger steckt ein Ring. Daumen und Zeigefinger der Rechten umfassen einen ovalen Gegenstand, der wie bei vergleichbaren Porträts, als das Fruchtbarkeitssymbol „Granatapfel“ aufzufassen ist. Den Kopf der Frau bedeckt eine norische Haube, unter der ihre Haare wulstförmig hervortreten, vielleicht gehalten von einem Haarnetz. Den untersten Abschnitt der Grabstele bildet das Inschriftfeld, das von wellenförmigen Weinranken mit alternierenden Trauben und Blättern gerahmt wird. Damit wird dieses Lebensbaummotiv in stilisierter Form um die Inschriftfläche gelegt.
Datierung
Anfang 2. Jh. n. Chr.
Material / Technik
Material: Marmor
Maße
Objektmaß: 202,5 x 69 x 17 cm
Klassifikation
Inschrift
T(itus) / Paetranius / Profuturus / v(ivus) fec(it) sibi / et Paetraniae / Lutevae lib(ertae) / coniugi / pientissimae / h(oc) m(onumentum) h(eredem) n(on) s(equitur) Übersetzung: Titus Paetranius Profuturus hat (die Grabstele) bei Lebzeiten für sich und die äußerst liebevolle Gemahlin, die Freigelassene Paetrania Luteva, errichten lassen. Das Grabmal folgt nicht dem Erben.
Standort
kärnten.museum
Zugehörige Highlights