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Grabinschrift, Zollfeld/Maria Saal
Zuordnung
Beschreibung
Hier haben wir es mit einer Familien-Grabinschrift zu tun, die der älteste Sohn L. Vibius Primigenius für die Eltern L. Vibius Primus und Vibia Festa und seine beiden Brüder L. Vibius Sabinus und L. Vibius Ianuarius errichtet hat. Was diese Grabinschrift über das Alltägliche hinaushebt, ist der Umstand, dass hier als Beruf des Vaters und des ältesten Sohnes jeweils haruspex angegeben ist. Die beiden L. Vibii waren Haruspices im Verwaltungsbereich der autonomen Stadt Virunum. Sie stammten wohl aus Etrurien, wo es zahlreiche Personen dieses Namens gab. Die ursprünglich ausschließlich aus Etrurien stammenden, aus den Eingeweiden von Opfertieren weissagenden Haruspices bedienten sich ihrer alten Riten (disciplina etrusca) und waren in ihrer Eigenschaft als „Erkunder“ des Willens der Götter aus dem staatlichen wie auch aus dem privaten Lebe nicht wegzudenken.
Mittels des etruskischen Ritus der Eingeweideschau an Opfertieren (haruspicina) sagten sie den guten bzw. schlechten Ausgang diverser Unternehmungen voraus, deuteten aber auch gewisse Vorzeichen wie beispielsweise Blitze u. ä. als zustimmende oder ablehnende Geste der Götter. Obwohl keinem der offiziellen römischen Priesterkollegien angehörend und erst ab Kaiser Claudius (41–54 n. Chr.) der Kontrolle der Pontifices unterstellt, finden wir sie während der Kaiserzeit im Dienste der Caesaren, ferner als Legionsharuspices bei Truppenverbänden oder als Haruspices im Verwaltungsbereich autonomer Städte.
Datierung
100 - 200 n. Chr.
Material / Technik
Material: Marmor
Maße
Objektmaß: 44 x 107 x 17 cm
Objektmaß: 80 x 107 x 17 cm
Klassifikation
Inschrift
L(ucio) Vibio Primo / [h]aruspici et / [ Vibiae ? F]estae ux[ori] / [et L(ucio) Vibio] Sabi[no et] / [L(ucio) Vibio] Ianuari[o] / [L(ucius) Vibius] Primigenius / [haru]spex fecit
Übersetzung: Dem Eingeweideschauer Lucius Vibius Primus und seiner Gattin Vibia Festa und (den Brüdern) Lucius Vibius Sabinus und Lucius Vibius Ianuarius hat der Eingeweideschauer Lucius Vibius Primigenius (das Denkmal) errichtet.
Referenznr.: LUPA 5805
Zugehörige Highlights




