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Votivaltar, Zollfeld/Maria Saal

Zuordnung
Beschreibung
Der Stifter des vorliegenden Weihealtares, Inventinus, erweist sich als in den 4. Weihegrad (leo = Löwe) eingeweihter Anhänger der Mithrasmysterienreligion. Der Rechtsstellung nach dürfte er unfrei, also ein Sklave (servus) gewesen sein, da er offensichtlich keinen Vaternamen (patronymikon) sowie Vor- und Familiennamen (praenomen und nomen gentile) anzugeben vermag. Die Mithrasverehrung war etwa ab der Mitte des 2. Jhs. n. Chr. im römischen Kärnten bereits ziemlich weit verbreitet. Wesentliches Kennzeichen dieses ursprünglich persischen Kultes war die heldenhafte Lichtgestalt Mithras, die durch Tötung des menschenfeindlichen Ur-Stieres, der Welt die Fruchtbarkeit und den Menschen Erlösung verhieß. Diese Mysterienreligion, die ausnahmslos männliche Anhänger hatte, verpflichtete seine Eingeweihten zur Loyalität gegenüber dem Kult und zur Geheimhaltung der religiösen Mythen und rituellen Zeremonien. Innerhalb dieser gab es sieben durch besondere Symbole gekennzeichnete Weihegrade: corax (Rabe), nymphus (Bräutigam), miles (Soldat), leo (Löwe), perses (Perser), heliodromus (Sonnenläufer), pater (Vater), in welche, alternierend, die Mitglieder oder insbesondere die Priester eingeweiht werden konnten.
Maße
Objektmaß: 73 x 28 x 23 cm
Klassifikation
Inventarnummern
Lap. 108
Inschrift
D(eo) S(oli) I(nvicto) / Iuven/tinus / leo v(otum) s(olvit) / l(aetus) l(ibens) m(erito) Übersetzung: Dem unbesiegten Sonnengott hat Iuventinus, eingeweiht in den Grad des Löwen, das Gelübde freudig, gerne und nach Verdienst eingelöst. Referenznr.: LUPA 5758
Zugehörige Highlights