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Medaillongrabstein mit Porträtbüsten, Tiffen/Steindorf

Beschreibung
Dargestellt ist in einem oben abgebrochenen Rundmedaillon ein römisches Ehepaar im Hochrelief. Der Mann ist in der üblichen Stellung etwas vor die Frau getreten, sodass die rechte Schulter des Mannes die linke Schulter der Frau verdeckt. Der Mann ist im üblichen Schwurgestus dargestellt: der Zeige- und Mittelfinger der Rechten berühren eine von der Linken gehaltene Schriftrolle (volumen) und beschwören damit symbolisch das römische Bürgerrecht, während einerseits der Daumen und andererseits die restlichen Finger abgespreizt sind. Bekleidet ist der Mann mit einem Sagum, das an der Brust das in der Mitte spitz nach unten gestraffte Untergewand, die Tunica, freigibt, unter dem an der rechten Brustseite das Hemd heraussieht. Die Linke hält nicht nur die Schriftrolle, sondern umfasst auch das Sagum, das in reichen Falten über die linke Schulter herabfällt, während es, in ebenso reichen Falten von der rechten Schulter herabfallend, um den rechten Unterarm geschlungen ist. Es scheint sich um den linken Zipfel des Sagums zu handeln, das, überfallartig um den rechten Unterarm und weiter um beide Schultern geschlungen, am Ende von der Linken umfasst wird. Die Gegenstände an der rechten Schulter sind entweder als Gewandspangen oder als Falten des seitlich verdrehten Überfalls zu deuten. Die Frau wendet sich nicht dem Mann zu, sondern sieht wie dieser gerade vor. Auch sie trägt ein Obergewand, das über die Schultern geworfen, das gefältelte Untergewand freigibt, jedoch nicht wie beim Mann nach unten gestrafft, sondern die freie Halspartie kreisförmig abschließend. Aus dem Faltenwurf des Obergewandes ragt die Rechte hervor, die zwischen dem Daumen und den vier Fingern einen Apfel als Symbol der ehelichen Treue hält. Das von der rechten Schulter herabfallende Obergewand ist um den rechten Unterarm und über die linke Schulter geschlungen. Hier scheint eine mächtige norische Flügelfibel das Obergewand zusammenzuhalten. Auffallend ist die hohe Stirn der Frau. Als Schmuck trägt sie einen Armreif und einen aus rosettenförmigen Gliedern bestehenden Halsring und lässt sich daran als eingeborene Keltin erkennen. Im Oval des Hintergrundes werden zwischen den beiden Köpfen und rechts vom Frauenkopf blattähnliche Verzierungen sichtbar. Das freistehende Grabmedaillon mit der Wiedergabe eines Ehepaares war mit großer Wahrscheinlichkeit auf einem altarartigen Podest aufgestellt. Oberhalb der Köpfe ist das von einem Lorbeerkranz gerahmte Medaillon abgebrochen, wobei sich an der Seitenfläche rechts des männlichen Porträtkopfes noch der Ansatz einer giebelförmigen Überdachung ausmachen lässt. Den unteren Abschluss des Medaillons bildet eine mit jeweils einer Kante von den gerundeten Seitenflächen abgesetzte quadratische Standfläche.
Datierung
2. Hälfte 2. Jh. n. Chr.
Material / Technik
Material: Marmor
Maße
Objektmaß: 64 x 80 x 27 cm
Inventarnummern
Lap.
Inschrift
Referenznr.: LUPA 843
Zugehörige Highlights