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Grabinschrift, Klagenfurt

Zuordnung
Beschreibung
Der sehr sorgfältig gearbeitete Grabtitulus gilt dem L. Albius Telesphorus, seiner Frau Quieta und den vier Kindern, von welchen die beiden Söhne Spectatus und Quietus bereits verstorben waren; Stifter des Grabmals waren die beiden Töchter Victorina und Hygia. Sie alle sind gewissermaßen Angehörige der Familie der Albii, allerdings in folgendem Zusammenhang: L. Albius Telesphorus war ursprünglich ein Sklave (servus) des L. Albius (Maximus) und trug den griechischen Individualnamen Telesphorus. Später von seinem Eigentümer (dominus) freigelassen, erhielt er, wie üblich, dessen Vor- und Gentilnamen (Lucius Albius), um, gemeinsam mit seinem ehemaligen Individualnamen bzw. nunmehrigen Zunamen, über das einen römischen Bürger kennzeichnende Namensformular (praenomen, nomen gentile, cognomen = tria nomina) zu verfügen. Als Freigelassener (libertus) war er allerdings noch kein Vollbürger; er stand zu seinem vormaligen Herrn (patronus) in einem Klientelverhältnis und gehörte durch den gemeinsamen Gentilnamen zu dessen Familie (gens). Offensichtlich noch als Sklave war Telesphorus mit einer Mitsklavin Quieta in einer Art Konkubinat (contubernium) verbunden, da Sklaven keine rechtsgültige Ehe (conubium) eingehen durften. Aus dieser Verbindung entstanden insgesamt vier Kinder, welche, nach römischer Rechtsauffassung, ebenfalls Sklaven und Eigentum des Herrn, L. Albius Maximus, waren. Auch die Freilassung (manumissio) des Vaters änderte, zumindest bis zum Zeitpunkt der Anfertigung der Grabinschrift, nichts am unfreien Stand der Mutter und der vier Kinder. Sklaven war es durchaus möglich, ein bescheidenes Vermögen (peculium) anzusparen, um damit, wie im gegenständlichen Fall, für ihr Begräbnis selbst vorsorgen zu können. Ursache der Errichtung des Grabmals war offenbar der vermutlich gleichzeitige Tod der zwei Brüder Spectatus und Quietus. In diesem Zusammenhang wäre es verlockend anzunehmen, dass die beiden jungen Männer vielleicht auch Opfer einer tödlichen Seuche geworden sind, welche im Frühsommer des Jahres 184 n. Chr. im Raume von Virunum grassierte und etliche Bewohner der Stadt dahinraffte. Die ursprünglich aus Aquileia zugezogenen Mitglieder der römischen Gens Albia bildeten im Bereich von Virunum und Teurnia eine weit verzweigte Unternehmerfamilie, von welcher eine vielfache Anzahl von Angehörigen, darunter auch Sklaven und Freigelassene, bekannt ist.
Datierung
100 - 200 n. Chr.
Material / Technik
Maße
Objektmaß: 64 x 75 x 9 cm
Inventarnummern
Lap. 21
Inschrift
L(ucio) Albio Telespho/ro mar(it)o et Quie/tae matri et Spec/tato d(efuncto) a(nnorum) XX et Quie/to d(efuncto) a(nnorum) XVI fratrib(us) k(arissimis) / s(ervis) Alb(ii) Max(imi) Victo/rina et Hygia fil(iae) ser(vae) / Albi(i) Max(imi) et s(ibi) v(ivae) fecerunt) Übersetzung: Dem L. Albius Telesphorus, dem Gatten, und der Mutter Quieta sowie den liebsten Brüdern Spectatus, verstorben mit 20 Jahren, und Quietus, verstorben mit 16 Jahren – beide Sklaven des Albius Maximus ‒, haben die Töchter Victorina und Hygia - beide Sklavinnen des Albius Maximus ‒ und für sich bei Lebzeiten (das Grabmal) errichtet. Referenznr.: LUPA 2056
Standort
kärnten.museum
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