Votivaltar, Zollfeld/Maria Saal
Zuordnung
Beschreibung
Mit dem Namen Jupiter Dolichenus bezeichneten die Römer die Hauptgottheit (Baal) der in der syrischen Landschaft Commagene gelegenen Stadt Doliche. Wie die meisten dieser syrischen Baal-Götter, wurde auch der Baal von Doliche als Himmels- und Erlösergottheit, insbesondere jedoch als Kriegsgott verehrt. Nach der Eroberung und Provinzialisierung von Commagene unter Kaiser Vespasian 71 n. Chr. brachten die dort rekrutierten Hilfstruppenverbände den Kult nach Italien und in den westlichen Teil des römischen Reiches, wo er vor allem während des 2. und 3. Jhs. n. Chr. ‒ im Wesentlichen während der Zeit der Severerkaiser (193‒235 n. Chr.) – vorwiegend unter den Soldaten zahlreiche Anhänger fand.
Skulpturen und Reliefs, die die Gottheit wiedergeben, zeigen sie gewöhnlich stehend auf einem Stier ‒ dem orientalischen Symbol von Kraft und Fruchtbarkeit – gerüstet, mit einem Blitzbündel und einer Doppelaxt in den Händen sowie einer phrygischen Mütze auf dem Haupt. Kultgenossin des Gottes ist Juno Regina, meist auf einer Hirschkuh stehend dargestellt (vgl. das Dolichenus-Kultrelief aus Waisenberg, ausgestellt an der Lapidariumswand, Inv. Nr. 132). Über die eigentliche Art des Kultes und seine Riten ist wenig bekannt.
Datierung
spätseverisch (222–235 n. Chr.)
Material / Technik
Material: Marmor aus Tentschach
Maße
Objektmaß: 87 x 28 x 24 cm
Klassifikation
Inventarnummern
Lap. 98
Inschrift
I(ovi) o(ptimo) m(aximo) D(olicheno) / Severinius / Silv/inus / et Aur(elius) / Boniatus / mili(tes) leg(ionis) II / Ital(icae) Severi(anae) / v(otum) s(olverunt) l(aeti) l(ibentes) m(erito)
Übersetzung: Dem besten und größten Jupiter von Doliche haben Severinius Silvinus und Aurelius Boniatus, Soldaten der 2. italischen severianischen Legion, das Gelübde freudig und gerne sowie nach Verdienst eingelöst
Referenznr.: LUPA 4657
Zugehörige Highlights

