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Votivaltar, Hohenstein/Liebenfels

Zuordnung
Beschreibung
Der Name der norischen Göttin (Isis)-Noreia erscheint auf einer Rundbasis auf dem Aufsatz des Altares; erstere hat wohl auch eine Statuette der Göttin getragen, wie das dort vorhandene Dübelloch annehmen lässt. Chrysanthus bezeichnet sich als Untersklave (vicarius) des Cypaerus, welcher selbst ein Sklave des Kaisers Claudius (41‒54 n. Chr.) war. Vermutlich versahen beide nicht näher beschriebene, in kaiserliche Kompetenz gehörende Verwaltungsaufgaben in der eben neu eingerichteten Provinz Noricum. Es bedeutet keinen ungewöhnlichen Umstand, dass ein Sklave (in diesem Fall ein servus ordinarius) einen Untersklaven (vicarius) besaß, auch letzterer konnte wieder Untersklaven haben; der eigentliche Eigentümer aller dieser Sklaven war und blieb trotzdem der Herr (dominus) des ersteren, im gegenständlichen Fall also der genannte Kaiser. Die Benennung von Sklaven mit griechischen Namen ist ebensowenig eine Seltenheit. Durch die vorgegebene Datierung des Weihealtares in die Regierungszeit des Kaisers Claudius gilt diese Weihung als früheste schriftliche Nennung der norischen Muttergöttin Noreia. Sie ist als Hinweis dafür zu werten, dass der Tempel für Isis-Noreia in Hohenstein, dem Fundort des Altares, in seiner älteren Bauphase bereits in dieser Zeit errichtet worden ist.
Datierung
claudisch (41‒54 n. Chr.)
Material / Technik
Maße
Objektmaß: 85 x 33 x 28 cm
Klassifikation
Inventarnummern
Lap. 106
Inschrift
Nor(eiae) / Chrysanthus / Cypaeri / Ti(berii) Claudi(i) Caes(aris) / Aug(usti) / ser(vi) vic(arius) / v(otum) s(olvit) Übersetzung: Der Noreia hat Chysanthus, Untersklave des Cypaerus, eines Sklaven des Kaisers Claudius, das Gelübde eingelöst. Referenznr.: LUPA 5765
Zugehörige Highlights